Aus Protest gegen tropfende Decken spannten die Rothenburg-Schüler ihre Schirme auf.
Foto: Astrid Lohss

Mit Bauhelm und Schirm zum Unterricht

Die Initiative Tulpen für Tische, die sich für bessere Rahmenbedingungen an den Berliner Schulen einsetzt, hat die Senatoren Böger und Sarrazin erneut aufgefordert, den Bildungseinrichtungen mehr Geld bereitzustellen. Als beispielhaft wurden jetzt die Raumbedingungen der Klasse 1/2E der Rothenburg-Grundschule in Steglitz angeprangert. Nach Wassereinbrüchen in dem Mobilbau mußte der Unterrichtsraum drei Wochen gesperrt werden. Zur Freigabe des Klassenzimmers sind die Schüler jetzt mit Regenschirmen und Bauhelmen erschienen.

Bildungsstadtrat Erik Schrader räumt die Probleme der undichten Flachdächer ein. Die Mobilbauten sind längst veraltet. Eine Reparatur soll in diesem Jahr erfolgen, kann jedoch erst bei trockener Witterung beginnen." Die notwendigen Mittel stünden bereit. Die Initiative engagierter Eltern hat seit einem Jahr fast berlinweit 23000 Euro eingenommen, die zur Verschönerung der Schulen genutzt werden. Die Methode: Tulpen werden auf dem Großmarkt erworben und gegen eine Spende von einem Euro abgegeben.

Mehr als 6000 Euro brachte allein die jüngste Verkaufsaktion am Valentinstag ein, die auf 15 Schulen in Berlin verteilt werden können. Allein im Südwestbezirk profitieren sieben Einrichtungen. pol

Aus der Berliner Morgenpost vom 8. März 2006

Berliner Morgenpost 2006